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Accessoires sind die schoenste Nebensache der Welt. Meist haben sie einen funktionalen Hintergrund, sollen aber doch vielmehr schmuecken.


Bunte Sonnenbrillen werden vor allem in England besonders gerne getragen. Durch die bunten Glaeser verliert die Brille ihren eigentlichen Sinn und wird so zu psychischem Erlebnis und Schmuck. Die Qualitaet bunter Brillen ist eher fragwuerdig, doch das ist den Traegern meist egal.

Das Nietenarmband hat seinen Ursprung in der Fetisch-Szene und wurde durch die Punks zu einem Kleidungsstueck ohne direkte Konnotation zu einer sexuellen Praxis. Dort wurde vielmehr der aggressive Charakter dieses Kleidungsstueck in den Vordergrund gestellt, als Zeichen des Verteidungswillen.

Die "Umwandlung" von Gebrauchsgegenstaenden mit einer spezifischen Funktion zu modischen und jugendkulturellen Zeichen mit neuer Bedeutung ist einer der zentralen Praktiken von Subkulturen. So erging es auch der Oakley-Brille, einer teuren Sonnenbrille fuer Profiradfahrer, die von HipHop-Fans und Skatern zum modischen accessoire umgemuenzt wurde und seitdem weniger auf Rennraedern als locker ins Haar gesteckt zu finden ist.

Beim "Umwandeln" und Bennenen der Zeichen mit neuer Bedeutung werden die Gegenstaende haeufig selbst einer Wandlung in ihrer Gestalt unterzogen. Der heute recht angesagte und gern in Kombination mit Baggyhosen getragene Schluesselanhaenger mit Kette ist im Vergleich zu seinem "Original" oder etwa einer Taschenuhrkette "gewachsen", seine Bedeutung wird dadurch unterstrichen. Das Accessoire kann also zum zentralen Element eines Outfits wachsen.

Kleidung kann Dissidenz symbolisieren. Haeufig macht sie das dezent. Anders das sogenannte "Palituch". Dieses Kleidungstueck mit seinem Ursprung im arabischen Kulturkreis wurde durch die "Intifada", dem palaestinensischen Widerstand gegen die israelische Regierung, zu einem global funktionierenden Symbol fuer Solidaritaet mit der "Dritten Welt" und dem Kampf Unterdrueckter gegen Unterdruecker. Die eigentliche "Geschichte" ging dabei abhanden und der Palaestinaenserschal stand auf einmal ganz prinzipiell gegen alles Boese. Mitschwingender Fanatismus und Antisemitismus des Kleidungsstuecks ist den Traegern dabei eher egal oder wird leider sogar recht gern "mitgenommen".