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Tontraeger  Tontraeger  Tontraeger  Tontraeger  Tontraeger  Tontraeger
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Jede Jugendkultur braucht ihre eigene Musik.
Geschmackt entscheidet ueber die Zugehoerigkeit. Wer dazugehoeren will, muss die "richtigen" Platten kennen, hoeren und lieben.
Sarah Thornton unterscheidet in ihrem Buch "Club Cultures" zwischen authentischen und nicht-authentischen Medien. Die rare Maxi ist authentischer als die CD-Compilation, das kleine Hardcorekonzert im Jugendzentrum authentischer als Tina Turner im Fussballstadion. Doch diese Authentizitaet ist relativ und historisch. Galt zu Beginn der Popmusik die elektrisch verstaerkte Gitarre noch als "kuenstlich", so ist sie heute Symbol fuer ein authentisches Live-Erleben, dass als vergleichsweise "realer" gilt als zum Beispiel eine Clubnacht. Die "unauthentische" Clubnacht wiederum gilt als "realer" in Relation zu einer Massenveranstaltung wie der "Mayday".

Die vor der offiziellem Veroeffentlichung an DJs und bestimmte Plattenlaeden ausgelieferten "White Labels" sind Vorabveroeffentlichungen ohne eigenes Cover, gelegentlich ist nicht einmal der Kuenstler vermerkt. Sie dienen dem Zweck der Promotion. Guenstigenfalls wird ein "White Label" vor dem Release schon haeufig von bekannten DJs gespielt, so dass die RezipientInnen der Single schon sehnsuechtig auf ihre Veroeffentlichung warten. "White Labels" sind aufgrund ihre Seltenheit natuerlich ein beliebtes Objekt fuer Sammler. Distinktiv setzen sie sich von den "gewoehnlichen" Tontraeger ab, vor allem, wenn sie zusaetzliche Stuecke enthalten, die auf der offiziellen Single dann doch nicht veroeffentlicht werden.


Eine wichtige Rolle spielen alte Platten, Secondhandware. Mit der Technik des Sampling, die ein modifiziertes Zitieren von Tonquellen erlaubt und zur kuenstlerischen Richtung machte, sind Secondhand-Platten wieder zu einem zentralen Werkzeug von Musikproduzenten geworden. Doch auch die DJsprofitieren von der Gebrauchtware. House DJs spielen alte Discostuecke, die sie in Plattenlaeden und auf Flohmaerkten "entdecken", HipHop DJs mischen in ihren Sets beinahe jeden Stil. Und mit dem "Easy Listening" gibt es eine eigene, originaere Jugendkultur, deren Musik zum ganz grossen Anteil nur aus gebrauchten Platten besteht.

Im Bereich der elektronischen Musik gibt es nur noch selten "klassische" Plattencover im Stil der grossen Pop- und Rockkuenstler. Einfache, reduzierte Formsprachen sind viel eher die Regel. Diese Schlichheit hat sicher auch damit zu tun, dass der einzelne Kuenstler im Bereich der elektronischen Musik viel wenig "Star" ist als zum Beispiel eine Madonna. Eine Ausnahme stellt dieses Cover von A Guy called Gerald dar. Der Kuenstler in Persona ist zu erkennen, aufwendig umrahmt von bunten grafischen Elementen.

Eins der wichtigsten Elemente der DJ-Culture: die Slip-Mate, die wie eine Schallplatte aussieht. Mit Hilfe der Slip-Mate kann ein DJ eine Platte anhalten, waehrend der Plattenspieler weiter laeuft.


In der elektronischen Musik kommt der Release einer CD meist spaeter als der einer Vinylmaxi, eine Ausnahme stellt die Richtung Ambient dar. Aufgrund ihrer erhoehten Moeglichkeit, Daten zu speichern, bietet sich die CD vor allem fuer Compilations mit Tracks verschiedener Kuenstler an. Ist eine Compilation(reihe) erfolgreich, finden sich schnell Nachahmer, sei es grafischer oder inhaltlicher Art. Selten ist es, dass ein einzelner Kuenstler eine eigene CD herausbringt, dass Format Album ist (bisher) recht verpoehnt.